Die Studie ist so angelegt, dass sie wehtut: 500 Berufstätige wurden über vier Wochen hinweg jeden Sonntag um 18, 19, 20 und 21 Uhr gefragt, wie sie sich fühlen. Die Ergebnisse sind eindeutig und niederschmetternd zugleich: Ab 19:47 Uhr beginnt für die Mehrheit der Befragten psychologisch der Montag.
Die Forschenden nennen das Phänomen den „Sonntagabend-Effekt“. Er äußert sich in einer gesteigerten Neigung, noch schnell die Wäsche zu machen, den Wecker dreimal zu kontrollieren und Serienfolgen abzubrechen, „weil man morgen ja früh raus muss“ – unabhängig davon, ob man früh raus muss.
Der Sonntagabend ist die einzige Zeit der Woche, in der Menschen freiwillig an Termine denken. Das ist chronobiologisch bemerkenswert.
Eine Therapie ist nicht in Sicht. Die Forschenden empfehlen, den Effekt zu akzeptieren und den Montag nicht persönlich zu nehmen. Die nächste Studie widmet sich dem Freitagnachmittag – erste Zwischenergebnisse sprechen von einem „Gefühl, das zu früh kommt“.