Zweimal im Jahr blickt die Republik auf eine Zahl, die keine ist: den Brötchen-Index. Der fiktive Branchenverband Backwerk & Söhne erhebt dafür die Preise, die Knusprigkeit und die Laune der Kundschaft in 200 Musterbäckereien. Das Ergebnis für das erste Halbjahr: stabil.
Im Detail zeigt der Bericht ein gemischtes Bild: Die Krume ist so weich wie im Vorjahr, die Semmelpreise blieben konstant, und die durchschnittliche Wartezeit in der Schlange sank um zwölf Sekunden. Sorgen bereitet dagegen der Rückgang des klassischen „Einmal alles, aber das Graue nicht“-Bestellverhaltens, das als Frühindikator für die Stimmung im Land gilt.
Solange die Menschen morgens über Brötchen reden, ist die Wirtschaftslage besser als ihr Ruf.
Für das zweite Halbjahr rechnet der Verband mit stabilen Verhältnissen, sofern das Wetter mitspielt und niemand die Frage nach Dinkel stellt. Die nächste Erhebung erscheint im Februar – rechtzeitig, bevor die Fastenzeit den Index erfahrungsgemäß verzerrt.