Es war eine Entdeckung, die Fragen aufwirft: Zwischen Handschuhen und einem Bonbonpapier fand Bernd K. den Zettel, auf dem in sorgfältiger Schrift „Milch, Batterien, Dichtungsring, Katzenstreu, Geburtstagsgeschenk U., Schrauben M6, Basilikum“ stand. An die Jacke konnte er sich erinnern. An den Einkauf nicht.
Eine Überprüfung ergab: Milch und Batterien wurden damals vermutlich gekauft. Der Dichtungsring blieb ein Rätsel – der Wasserhahn, für den er gedacht war, wurde 2011 durch einen neuen ersetzt. Ob U. je ein Geburtstagsgeschenk erhalten hat, wollte der Finder nicht kommentieren.
Ich habe den Zettel gelesen, genickt und bin einkaufen gefahren. Ohne ihn.
Der Vorfall hat in der Kleinstadt eine Debatte über das Wesen der Aufschiebung ausgelöst. Die örtliche Volkshochschule bietet im Herbst erstmals einen Kurs an: „Zettel verstehen, Zettel loslassen“. Er ist bereits ausgebucht.