Es begann mit einem leisen Rascheln im Gebüsch des fiktiven Rathausplatzes und endete mit einem Einsatzprotokoll, das die Behörden intern unter dem Aktenzeichen „Nuss-Fall“ führen. Ein Eichhörnchen hatte am Montagvormittag einen Bewegungsmelder ausgelöst, der eigentlich für ganz andere Zwecke installiert worden war.
Die Einsatzkräfte sicherten das Gelände, forderten Verstärkung an und berieten über das weitere Vorgehen, während das Tier auf einer Parkbank saß und eine Walnuss musterte, als gehöre ihr die Bank, die Nuss und die Stadt.
Das Tier hat sich kooperativ gezeigt, soweit man das von einem Eichhörnchen erwarten kann.
Nach zwei Stunden wurde der Einsatz beendet. Das Eichhörnchen vergrub die Nuss im Beet vor dem Standesamt und verschwand. Ob es die Nuss wiederfinden wird, ist unklar – damit hat es bessere Chancen als die Verwaltung bei der Frage, wer den Einsatz bezahlt.