Die Idee ist so einfach, dass sich alle fragen, warum niemand früher darauf kam: Das Museum der ungelegten Dinge in der fiktiven Kreisstadt Randlage widmet seine neue Sonderausstellung den Reden, die geschrieben, aber nie gehalten wurden. Kuratiert wurde die Schau aus mehr als 300 Einsendungen.

Zu sehen sind unter anderem eine Dankesrede für einen Preis, der dann an eine andere Person ging, eine Hochzeitsrede des Trauzeugen, der am entscheidenden Tag den Zug verpasste, und eine politische Grundsatzrede, deren Verfasser nach eigener Auskunft „im entscheidenden Moment das Buffet entdeckte“.

Eine nicht gehaltene Rede ist das ehrlichste Dokument, das wir kennen. Sie wurde nie von der Realität enttäuscht.
— Kuratorin Susanne Schweigen

Zur Eröffnung ist eine Ansprache geplant. Ob sie gehalten wird, ließ das Museum offen. Man habe für beide Fälle vorgesorgt – auch für den, in dem die Rede besser ist als ihr Vortrag.