Es ist eine Erfahrung, die verbindet: Man sitzt, man liest eine Zeitschrift aus dem Vorjahr, man zählt die Stuhlbeine – und die Uhr scheint stillzustehen. Eine nicht-repräsentative Erhebung der fiktiven Gemeinschaftspraxis Dr. Wartmann & Partner hat den Effekt nun erstmals hausintern vermessen.

Demnach vergehen 30 Minuten Wartezeit subjektiv wie 62 Minuten. Der Effekt verstärkt sich, wenn die ausgelegten Zeitschriften älter als drei Monate sind oder der Fernseher im Wartezimmer läuft, aber ohne Ton. Besonders ausgeprägt war die Zeitdehnung bei Patientinnen und Patienten, die angaben, „eigentlich nur ein Rezept“ zu benötigen.

Wer bei uns wartet, bekommt etwas geschenkt: Lebenszeitgefühl. Das rechnet niemand extra ab.
— Dr. med. fict. Viktor Wartmann

Die Praxisleitung kündigte an, das Warten künftig noch bewusster zu gestalten. Geplant ist ein eigenes Wartezimmer-Programm mit geführtem Zeitschriftenblättern und einer Stille-Minute zur Vorbereitung auf das Arztgespräch. Einen Termin dafür gibt es noch nicht.